Welche Bogenarten gibt es?
Grundsätzlich kann zwischen drei verschiedenen Bogenarten unterschieden werden: Langbogen, Recurvebogen und Compound.
Grundsätzlich kann zwischen drei verschiedenen Bogenarten unterschieden werden: Langbogen, Recurvebogen und Compound.
Der Langbogen ist die ursprünglichste bekannte Bogenform. Er besitzt lange, gleichmäßig geformte Wurfarme ohne starke Krümmung an den Enden. Die Sehne liegt im ungespannten Zustand fast frei und berührt den Wurfarm kaum. Dadurch entsteht ein gleichmäßiger Auszug mit ruhigem Schussverhalten. Langbögen werden traditionell aus Holz gefertigt und häufig mit Glasfaser verstärkt. Sie verlangen eine saubere Technik und eine stabile Haltung. Technische Fehler werden nur wenig verziehen, was den Langbogen anspruchsvoll macht. Besonders im traditionellen Bogensport ist diese Bogenart fest etabliert.
Der Recurvebogen zählt zu den am weitesten verbreiteten Bogenarten. Seine nach vorne gebogenen Wurfarmenden speichern mehr Energie als ein gerader Bogen. Dadurch erreicht der Pfeil eine höhere Geschwindigkeit bei gleichem Zuggewicht. Recurvebögen gibt es als einteilige Modelle oder als zerlegbare Take Down Varianten. Diese Bauweise ermöglicht eine flexible Anpassung an das Leistungsniveau des Schützen. Der Recurvebogen wird im Freizeitbereich und im Wettkampfsport eingesetzt. Er bildet die technische Grundlage des olympischen Bogenschießens und gilt als vielseitig und effizient.
Der Hybridbogen vereint Eigenschaften von Langbogen und Recurvebogen. Seine Wurfarme sind leicht reflex deflex geformt und verbinden Leistung mit Ruhe im Schuss. Die Sehne liegt teilweise am Wurfarm an, was das Schussverhalten direkter macht. Hybridbögen sind kompakter als Langbögen und gleichzeitig leistungsstärker. Sie werden häufig aus Holz und modernen Verbundmaterialien gebaut. Für Schützen, die traditionell schießen möchten und dennoch Wert auf Effizienz legen, ist der Hybridbogen eine ausgewogene Wahl. Er verbindet klassische Optik mit moderner Bogenphysik.
Der Reiterbogen ist ein kurzer und stark gekrümmter Bogen mit historischem Ursprung in Asien und dem Orient. Er wurde für das Schießen vom Pferd aus entwickelt und ist deshalb besonders kompakt. In der Regel handelt es sich um einen Kompositbogen aus Holz, Horn und Sehne. Der Pfeil wird ohne Pfeilauflage direkt von der Hand geschossen. Diese Bauform erfordert Erfahrung und ein gutes Gefühl für Technik. Der Reiterbogen reagiert schnell und direkt. Er richtet sich vor allem an erfahrene traditionelle Schützen, die eine historische Schießweise pflegen.
Der Compoundbogen unterscheidet sich technisch deutlich von allen traditionellen Bogenarten. Durch Rollen oder Exzenter an den Wurfarmenden wird das Haltegewicht im Vollauszug stark reduziert. Der Schütze hält nur einen Bruchteil des eigentlichen Zuggewichts. Dadurch sind lange Zielphasen und eine sehr hohe Präzision möglich. Compoundbögen bestehen aus Aluminium oder Carbon und werden mit Visier, Release und Stabilisatoren geschossen. Sie erreichen hohe Pfeilgeschwindigkeiten und lassen sich exakt einstellen. Der Fokus liegt auf Technik, Kontrolle und Wiederholgenauigkeit.
Die Wahl der richtigen Bogenart hängt vom persönlichen Ziel ab. Traditionell orientierte Schützen greifen häufig zum Langbogen oder Reiterbogen. Wer Vielseitigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten sucht, ist mit einem Recurvebogen oder Hybridbogen gut beraten. Für sportlich ambitioniertes Scheibenschießen ist der Compoundbogen die erste Wahl. Der passende Bogen unterstützt Technik und Motivation und sollte immer zum Schützen passen, nicht umgekehrt.


Speziell als Neuling in der Bogensportwelt kann es sehr verwirrend sein mit den vielen neuen Begriffen, Zeichen und Zahlen. In dem Artikel „Einheiten und Maße im Bogensport“ klären wir im Allgemeinen die gängigen Definitionen von Gewicht und Länge im Bogensport. Hier gehen wir genauer auf die Bezeichnungen, welche sich auf Bögen befinden, ein.
Die Zahlen und Zeichen auf einem Bogen liefern entscheidende technische Informationen. Sie sind kein dekoratives Element und auch kein interner Herstellercode. Wer diese Angaben richtig liest, versteht seinen Bogen besser und trifft fundierte Entscheidungen beim Kauf, beim Setup und im Training. Viele Probleme im Bogensport entstehen durch falsch verstandene Markierungen.
Die Beschriftungen befinden sich meist auf dem unteren Wurfarm. Teilweise stehen sie seitlich am Wurfarm oder auf dem Mittelteil. Die Position kann je nach Hersteller variieren. Der Inhalt folgt jedoch festen Standards. Angegeben werden in erster Linie Zuggewicht, Auszugslänge und häufig auch die Bogenlänge. Diese Werte beschreiben die grundlegende Leistungscharakteristik des Bogens.
Das wichtigste Zeichen ist die Raute #. Sie steht für das Zuggewicht in Pfund. Eine Angabe wie 40# bedeutet, dass der Bogen bei einem definierten Auszug ein Zuggewicht von 40 Pfund besitzt. Manche Hersteller verwenden statt der Raute die Abkürzung lb. Beide Bezeichnungen meinen dasselbe. Das Zuggewicht beschreibt die Kraft, die beim Ausziehen des Bogens aufgebracht werden muss. Ein zu hohes Zuggewicht führt schnell zu Überlastung und Technikfehlern, besonders bei Einsteigern.
Neben dem Zuggewicht findet sich häufig eine Längenangabe in Zoll. Die hochgestellten Anführungszeichen stehen für Zoll. Im Bogensport ist Zoll das internationale Standardmaß. Eine Angabe wie 28″ beschreibt eine Auszugslänge von 28 Zoll. Das entspricht etwa 71 Zentimetern. Diese Länge dient als Referenzwert, bei dem das Zuggewicht gemessen wird, und ermöglicht den Vergleich verschiedener Bögen.
Besonders aussagekräftig ist die Kombination aus Zuggewicht, At Zeichen und Zollangabe. Eine typische Kennzeichnung lautet 35#@28″. Das bedeutet, der Bogen hat ein Zuggewicht von 35 Pfund bei einem Auszug von 28 Zoll. Diese Information ist entscheidend, da sich das reale Zuggewicht mit der persönlichen Auszugslänge verändert. Ein längerer Auszug erhöht das tatsächliche Zuggewicht, ein kürzerer Auszug reduziert es entsprechend.
Bei zerlegbaren Bögen erscheinen oft zusätzliche Zahlen vor der Zuggewichtsangabe. Eine Angabe wie 68″ beschreibt die Gesamtlänge des Bogens. Diese Information ist wichtig, da die Bogenlänge zum Auszug des Schützen passen sollte. Zu kurze Bögen werden im Vollauszug unruhig. Zu lange Bögen verlieren an Effizienz. Die passende Bogenlänge unterstützt sauberes Schießen und schont Material und Technik.
Neben den Leistungsdaten tragen viele Bögen Seriennummern oder Produktionscodes. Diese dienen der Identifikation und der Qualitätskontrolle. Bei modernen Systemen können zusätzliche Angaben vorhanden sein, etwa zur Länge des Mittelteils oder zur Wurfarmklasse. Diese Informationen sind vor allem für erfahrene Schützen relevant, die ihren Bogen gezielt abstimmen möchten.
Wer die Zahlen und Zeichen auf seinem Bogen versteht, schießt sicherer, konstanter und materialschonender. Fehlinterpretationen führen häufig zu falschem Zuggewicht, ungeeigneten Pfeilen oder einer unpassenden Bogenlänge. Die Beschriftung auf dem Bogen ist eine technische Anleitung, die jeder Schütze kennen sollte. Sie hilft dabei, den eigenen Leistungsstand realistisch einzuschätzen und den Bogen optimal zu nutzen.


Übersicht der Fachbegriffe
| 3D Bogensport | |
| 3D Scheibe | |
| 3D-Parcours | |
| A | |
| Abgreifen | Grifftechnik, bei der die Fingerposition auf der Sehne höhenvariabel ist |
| Abzug / Ablass | Loslassen der Sehne beim Schuss |
| Ablassbewegung | Die Zughand bewegt sich nach dem Ablass (Lösen) nach hinten zur Schulter (siehe auch Sleight. |
| Amerikanischer Flachbogen / Langbogen | Mit flach-rechteckigen Wurfarmquerschnitt und betonter Griffpartie |
| Anker(punkt) | Bestimmter Punkt im Gesicht, zu dem der Schütze beim Auszug seine Zughand führt |
| Archer´s Paradox | Die Tatsache, dass der Pfeil im Abschuss seitlich abgelenkt wird, aber dennoch geradeaus zum Ziel fliegt. |
| Armschutz | Schutz des Unterarms vor Berührungen mit der Sehne |
| Auflegen | Der Pfeil wird auf den Bogen aufgelegt und die Sehne, über die Nocke geklemmt (Nocking). |
| Aufspannen | Der Bogen wird gebogen (Bracing) und mit der Sehne in einer vorgespannten Lage fixiert. Das Aufspannen mittels einer Spannschnur hat sich bewährt. |
| Auszug | Abstand bei voll gespanntem Bogen zwischen Pfeilspitze und Ankerpunkt |
| Auszugslänge | Maß der Bogenaußenseite bis zur Bogensehne beim Auszug. Bogen, Feillänge und Biegesteifheit des Pfeils müssen auf die Auszugslänge des Bogenschützen abgestimmt sein. |
| B | |
| Backing | Verstärkung auf der dem Schützen abgewandten Seite des Bogens |
| Back-Set-Bogen | Bogendesign, bei dem die Wurfarme von der gedachten Verlängerung des Griffstückes versetzt sind |
| Banana | Federform |
| Barrelled | Ein Pfeilschaft, der vorne und hinten dünner ist als in der Mitte |
| Befiederung | Natur- oder Kunststofffedern am Endes des Pfeils |
| Billet | Unbearbeitetes Stück Holz, aus dem man einen Bogen bauen kann. |
| Birkenpech | Früher wurde Klebstoff aus Birkenrinde hergestellt, das Birkenpech. Mittelalterliche Pfeile werden noch heute mit Birkenpech verklebt. |
| Blankbogen | Bogen ohne Zieleinrichtung und Zubehör. |
| Blunt | Stumpe Pfeilspitze, die ein Eindringen des Pfeils in das Ziel verhindert |
| Bobtailed | Ein Pfeilschaft, der sich zur Nocke hin verjüngt. |
| Bodkin | Eine lange Pfeilspitze, die im Mittelalter zum Durchschlagen von Rüstungen verwendet wurde |
| Bogen | Eine meist aus Holz hergestellte Waffe. Über die Bogensehne wird die gespeicherte Energie auf den Pfeil weitergegeben. Er wird im englischen als Bow bezeichnet. |
| Bogentiller | Erste grobe Beurteilung des Biegeverhaltens beim Bogenbau, indem eine Nocke auf den Boden gesetzt und am Griff gedrückt wird |
| Bogenarm | Arm, mit dem der Bogen gehalten wird |
| Bogenaußenseite | Seite des Bogens, die beim Aufspannen gestreckt wird. Sie wird auch Bogenrücken genannt. |
| Bogenbauch | Innenseite des Bogens im aufgespannten Zustand, die die Druckkräfte aufnimmt |
| Bogenbauer | Handwerker, der Bögen aus den unterschiedlichsten Materialien herstellt. Im englischen wir er “Bowyer” genannt. |
| Bogenbauerknoten | Sich zuziehende Sehnenschlinge an der unteren Bogennocke |
| Bogenfenster | Großer Ausschnitt im Griffbereich, der die Pfeilauflage aufnimmt, das Visieren erleichtert und das Archer´s Paradox reduziert |
| Bogenhand | Hand, die beim Schießen den Bogen hält |
| Bogenholz | Holzarten, aus denen Bögen hergestellt werden. |
| Bogenhülle | Hülle aus Stoff, Leder, etc. zum Aufbewahren des Bogens |
| Bogeninnenseite | Die im aufgespannten Zustand gestauchte Seite. Die Innenseite zeigt zum Bogenschützen hin. Im englischen wird es als “Belly” bezeichnet. |
| Bogenköcher | Vorrichtung am Bogen zum Aufbewahren von Pfeilen |
| Bogenlänge | Gesamtlänge des Bogens, in Zoll angegeben |
| Bogennocke | Verstärktes Ende eines Bogens |
| Bogenrohling | Aus einem Spaltling grob gesägte “Bogenvorstufe”. Hickoryrohlinge eignen sich besonders gur für Bogenbaukurse. |
| Bogenrücken | Außenseite des Bogens in aufgespanntem Zustand, der die Zugkräfte aufnimmt |
| Bogenschuss | Entfernung, die der Pfeil nach dem Lösen zurüklegt. Im englischen wird dieser Vorgang “Bowshot” genannt. |
| Bogenschütze | Eine Person, die den Bogen zum Schießen gebraucht. Sie wird im englischen “Archer” genannt. |
| Bogensehne | Eine (neuzeitliche) aus Kunstfaser, meist Dacron, hergestellte und mit mehreren Strängen verflochtene Schnur. Die Bogensehene überträgt die Energie, welche beim Auszug entsteht, auf den Pfeil. Sie wird im englischen “Bowstring” genannt und muss im Abstand von 4 bis 8 Wochen mit Sehnenwachs eingerieben werden, um Beschädigungen zu vermeiden. |
| Bogner | Bogenschütze |
| Bowhunter | Bogenjäger |
| Bowyer | Bogenbauer |
| Broadhead | Eine Pfeilspitze mit scharfen Schneiden, Jagdklinge |
| C | |
| Checker | Werkzeug zur Prüfung und richtigen Einstellung der Standhöhe sowie des Nockpunktes. Die korrekte Standhöhe und Überhöhung des Nockpunktes müssen auf den Schützen eingestellt werden. Die Hersteller geben Richtwerte bekannt, welche als Grundlage für die individuelle Einstellung dienen. |
| Chisel Point Broadheads | Engl. Für Meißelspitze |
| Clout shooting | Indirektes parabolisches Schießen auf ein 180 yards entferntes Ziel, meist durch eine Fahne (das Clout) markiert. |
| Compositbogen | Bogen, der aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt wird |
| Compoundbogen | Bogen, der nach dem Hebelgesetz Zugerleichterung bringt |
| Cresting | Farbige Ringe im hinteren Bereich des Pfeilschafts |
| Crowndip | Bemalung des hinteren Pfeilendes |
| D | |
| Dacron | Sehnenmaterial |
| Dämpfer | Zur Geräuschdämpfung werden Fell-, Woll- oder Gummibüschel in die Bogensehne im Bereich der Nocken eingeflochten. |
| Daumenring | Kräftiger Ring, mit dessen Hilfe die Sehne mit dem Daumen gezogen und gelöst wird |
| Dechsel | Ein Querbeil, mit quer geschäfteter Klinge zum flachen behauen von Bogenrohlingen. |
| Deflex | Biegung des Bogens zum Schützen |
| Deflex-Reflex | Bauform beim Langbogen, ungespannt laufen die Wurfarme vom Griff erst zum Schützen hin und krümmen sich dann nach vorne zum Ziel |
| Dished Griff | Bogengriff mit einer gleichmäßigen flachen Einbuchtung |
| Dominantes Auge | Jenes Auge, das beim Sehen die Führung übernimmt. |
| Dynamischer Spine | Durchbiegung des Pfeils beim Abschuss |
| E | |
| Einfacher Bogen (Self Bow) | Bogen hergestellt aus einem Stück Holz. Hickory eignet sich hervorragend für die Herstellung einfacher Bögen, insbesondere in Bogenbaukursen. |
| Eingespleisst (Footing) | Meist wird am Schaftende ein Stück Holz eingesetzt. Das verbessert die Optik und beeinflusst den Spinewert des Pfeil. |
| Einnocken | Den Pfeil auf die Sehne geben. |
| Endlossehne | Sehnenbauart, bei der die Sehne aus einem einzigen langen Faden hergestellt wird |
| Englischer Langbogen | Großer Langbogen mit D-förmigem Wurfarmquerschnitt, flach am Rücken, rund am Bauch |
| Epoxy | Für hochfeste Verklebungen beim Bogenbau wird Epoxydharz-Kleber eingesetzt. Dieser ermöglicht hichfeste und leicht fugenfüllende Verklebungen. Aber Achtung: Er ist sehr ungesund! |
| F | |
| Facewalking | Schusstechnik, bei der der Ankerpunkt im Gesicht sich je nach Entfernung immer ändert. |
| Facing | Verstärkung auf der dem Schützen zugewandten Seite des Bogens (Bogeninnenseite, Bogenbauch). |
| Fade-out | Sanft auslaufender Übergang vom Mittelteil zu den Wurfarmen |
| Fast Flight-Sehne | Sehr starkes Material für die Bogensehne, das sich fast nicht mehr dehnt. Verfügt über minimaler Eigendämpfung für einen schnelleren Pfeilflug. Je härter das Sehnenmaterial ist, desto mehr wird der Bogen belastet. |
| Fehlschüsse | Diese werden unterteilt in folgende Kategorien: Über, unter und neben dem Ziel. |
| Feldschießen | Das Schie0en auf einem Scheibenparcours im Gelände auf unterschiedliche Entfernungen |
| Feldspitze | Besondere Spitzenform, die ein zu tiefes Eindringen des Pfeils in das Ziel verhindern soll |
| Fenster (Schussfenster) | So bezeichnet man den Ausschnitt im Griffstück des Bogens. Je näher der Pfeil der Bogenmitte ist, desto höher die Treffsicherheit. |
| Fiberglas | Ist ein sehr stark belastbares Material aus Glasfaser und Epoxidharzen zur Verstärkung neuzeitlicher Bögen mit großem Wirkungsgrad. Wird als Backing (Bogenrücken) und Facing (Bogenbauch) verwendet. Dies machte die Herstellung von Deflex-Reflexformen sowie kurzen Jagdbögen mit hoher Auszugslänge möglich. |
| Fingerschutz | Schützt die Finger der Zughand vor dem Wundwerden, als Tab oder Schießhandschuh |
| Finish | Endbehandlung z.B. des Bogens durch Auftragen von Öl, Wachs oder Lack zum Schutz gegen Witterung und für eine frischere Optik. |
| Fishtail-Effekt | Hin- und Herbewegung des Pfeils im Flug |
| FITA | Bogensportverband mit internationaler Zuständigkeit für das olympische Bogenschießen |
| Flachbogen (Flat Bow) | Langbogen mit flachem Wurfarmquerschnitt |
| Flämischer Spleiss (Flämische Sehne) | Sehnenbauart, bei der die Sehne aus mehreren (820) Strängen hergestellt. Hierbei werden die Sehnenöhrchen gleich mit eingespleißt. Meist ist das Öhrchen für den unteren Wurfarm kleiner. |
| Fliegender Anker | Anstatt am Ankerpunkt inne zu halten erfolgt ziehen, ankern, lösen und nachhalten in einer flüssigen Bewegung. |
| Flight shooting | Schießen auf maximal erreichbare Distanz. |
| Flot | Traditionelles Werkzeug zum Holzbogenbau, mehrere schabende Klingen sind hintereinander angeordnet |
| Flu-Flu | Besonders groß befiederter Pfeil, der im Flug stark abbremst. Für Steilschüsse nach oben und kurze Distanz geeignet. |
| Flugbahn (Trajectory) | Je nach Bogenhaltung mehr oder weniger gekrümmte Flugbahn des Pfeils. |
| Footing | Im vorderen Drittel des Pfeilschaftes wird ein Hartholz eingespleisst. |
| Fps, ft/s | fps = feet per second, Fuß je Sekunde
Akürzung für die Abschussgeschwindigkeit des Pfeils, direkt nach Verlassen des Bogens. Umrechnung: 100 fps sind ca. 110 km/h. |
| Früholz | Innerer Teil eines Jahresringes im Holz, das im Frühjahr schnell gewachsen und darum etwas weicher ist |
| Furnier | Dünne Streifen aus Holz oder Kunststoff für Verklebungen auf dem Bogenrücken oder –bauch. |
| G | |
| Gewundene Befiederung | Federn, die diagonal auf den Schaft geklebt werden |
| Grain | Englisches Gewichtsmaß (1 Grain = 0,065 g) |
| Griffleder (Packing) | Umwicklung des Bogengriffs, meist aus Leder, Kordel, etc.
|
| Griffstück | Jener Teil des Bogens, wo er gehalten wird. |
| H | |
| Hahnen-Feder (Cock-feather) | Mittelfeder, die im eingenockten Zustand nach oben zeigt. |
| Handgelenkschutz | Leder oder Stoff zum Schutz des Handgelenks gegen den Aufschlag der Bogensehne. |
| Handschock | Rückschlag des Bogens beim Abschuss des Pfeils |
| Hanf | Hanf wurde früher zur Sehnenherstellung eingesetzt und eignet sich hervorragend als Backing. |
| Hartriegel (lat. Cornus) | Besonders schweres, hartes und zähes Material zur Pfeilherstellung. |
| Holmegaard-Bogen | Ältester Bogenfund in Europa aus Ulmenholz. |
| Holzbogen | Bogen der nur aus einem Holzstück hergestellt wurde. |
| Hornnocke | Insbesondere beim englischen Langbogen sind die Enden der Wurfarme mit aufgesetzten Hornnocken verstärkt. |
| Hunter-Runde | Turniermodus, bei dem nur ein Pfeil pro Scheibe geschossen wird. |
| I | |
| Inch/Zoll | Übliches Längenmaß im Bogensport (1 Zoll = 2,54 cm)
Wird mit “ abgekürzt. |
| Instinktives Bogenschießen | Auch intuitives Schießen, bei dem gefühlsmäßig, d.h. nicht bewusst und kontrolliert, gezielt wird |
| Intuitives Bogenschießen | |
| J | |
| Jagdbogen | Bogen, der für die Jagd geeignet ist. Er ist meistens etwas kürzer, damit man sich im Gelände besser fortbewegen kann. |
| Jahresringe | Wachstumsringe im Holz, die sich jahreszeitlich unterscheiden. |
| Jagdspitze | Zwei- oder dreischneidige Spitze für die Bogenjagd |
| Judo-Spitze | Spitze mit federnden Krallen, die beim Roving, schießen in der Natur, verwendet werden, da sie nicht besonders tief in Gras eindringen. |
| K | |
| Kerbstück | Das Kerbstück wird auch als Nocke bezeichnet. |
| Kernholz | Das ist der Holzbereich in der Mitte eines Baumstammes. |
| Kill(zone) | Ist der Mittelbereich bei einer Tierscheibe oder eines 3D Tieres, welcher einen Treffer mit höchster Wertung ergibt. |
| Kockfeder | Hahnenfeder, oft andersfarbige Feder, die rechtwinklig zum Nockschlitz steht |
| Köcher | Behältnis, in dem die Pfeile getragen werden. |
| Kompositbogen | Ein traditioneller, aus verschiedenen Materialien zusammen gefügter Bogen |
| Kompressionsrisse | Feine Haarrisse im Bereich des Bogenbauches, der Bogeninnenseite. Sie entstehen durch erhöhten Druck. |
| Kriechen | Nachlassen im Auszug, Verringerung der Auszugslänge vor dem Abzug, schlechter Schießstil |
| Kreuzdominanz | Rechtsschütze mit dominantem linken Auge und umgekehrt |
| Kriechen | Nach-vor-Wandern der Zughand vor dem Ablass |
| Kyudo | Meditatives Bogenschießen als eine Art von Kunst. |
| L | |
| Labestation | Verpflegungsstation bei Turnieren |
| Laminatbogen oder auch laminierter Bogen | Ein in mehreren dünnen Schichten verleimter, moderner Bogen. |
| Langbogen (Longbow) | Der Langbogen, im englischen Longbow, bei dem die Sehne im gespannten Zustand nicht auf den Wurfarmen aufliegt |
| lbs | Englisches Pfund, übliches Gewichsmaß (1lb = 0,453 kg) |
| Leitfeder | Die Leitfeder oder auch Hahnenfeder genannt, ist eine meist andersfärbige Feder am Pfeil, welche sich auf der dem Bogen abgewandten Seite befindet. |
| Linksgewundene Feder | Feder vom linken Flügel eines Vogels |
| Linksschütze | Hält den Bogen in der rechten Hand und zieht mit der linken. |
| Lösen | Ablass, Release
Das Loslassen der Sehne beim Schuss. |
| M | |
| Mary Rose | Englisches Schlachtschieff, 1545 gesunken. Darauf befand sich eine große Menge Langbogen in guten Zustand. |
| Mediterraner Griff | Griff auf der Sehne mit drei Fingern, einer oberhalb, zwei unterhalb des Pfeils. |
| Mittelteil | Bauteil des Bogens, an dem die Wurfarme ansetzen und sich der Griff befindet. |
| Mittelwicklung | Verstärkung der Sehne im Mittelteil |
| Mittenschnitt | Das Bogenfenster ist so weit ausgeschnitten, dass die Sehne zentrisch hinter dem Pfeil steht. |
| N | |
| Nachhalten | Verharren in der Schussposition nach dem Ablass. Im Idealfall dauert dies bis der Pfeil in seinem Ziel einschlägt. So wird einem verwackelten Schuss vorgebeugt. |
| Nocke | Kerbe im Pfeil, welche die Sehne aufnimmt. Sie ist entweder direkt in den Schaft eingeritzt oder in einem zusätzlich aufgeklebten Teil aus Kunststoff. |
| Nockpunkt | Feste Markierung auf der Sehne, damit der Pfeil immer an der gleichen Stelle eingenockt wird. |
| Nock-Taper | Konus am Pfeil zum Aufsetzen der Nocke |
| Nockverstärkung | Holzpfeile können im Nockbereich durch das Einsetzen eines härteren Materials verstärkt werden. |
| Nockwicklung | Fadenwicklung unterhalb des Nockschlitzes um den Pfeilschaft. Dient zum Verhindern des Aufspaltens des Pfeilschaftes durch die Bogensehne. |
| Nullpunkt | Der Punkt, bei dem die Pfeilspitze genau ins Ziel gehalten werden kann |
| O | |
| Offener Stand | Fußstellung, bei der das hintere Bein weit nach hinten gestellt wird |
| Off the shelf | Schießen mit Pfeilauflage oberhalb des Schussfensters |
| On the shelf | Schießen vom Schussfenster |
| P | |
| Parabol | Federnform |
| Paralleler Stand | Fußstellung, bei der die Verlängerung der Fußspitzen genau Richtung Ziel zeigt. |
| Parcours | Gelände, auf dem mehrere Zielscheiben, meist in Tierform, aufgestellt sind. |
| Pfeil | Objekt, welches mit einem Bogen geschossen wird.
Traditionell hergestellte Pfeile bestehen aus einem Holzschaft mit Pfeilspitzen aus Stahl, Messing oder Aluminium. Die Befiederungen weisen einen Abstand von je 120 Grad zueinander auf. Nocken können aufgeklebt oder in den Holzschaft eingearbeitet sein. Die Fadenwicklung am Befiederungsanfang schützt nicht nur die Hand und die Befiederung, sondern sieht auch noch sehr schön aus. |
| Pfeilanlage | Anlagefläche am Bogen z.B. im Schussfenster, steht im Winkel von 90 Grad zur Auflagefläche. Bei traditionellen “Blankbögen” dient die Hand als Anlagefläche. |
| Pfeilauflage | Auflage für den Pfeil am Bogen |
| Plastik-Vanes | Plastikfedern |
| Pistolengriff | Bogengriff, der im oberen Teil stärker eingebuchtet ist. |
| Pfeilkratzer | Leichter „Schürhaken“ zum Suchen verschossener Pfeile in hohem Gras. |
| Pfeilspitze | engl. Arrowhead
Spitzes Ende des Pfeils Die Pfeilspitze kann mit einer Feuersteinspitze ausgeprägt sein oder aus Stahl, Messing oder Aluminium bestehen. |
| Pfund (engl. Pound, lbs) | Das engl. Pfund hat ca. 454 Gramm, das Zeichen ist lb |
| Point blank / Nullpunkt | Entfernung, bei welcher der Pfeil das Ziel trifft, wenn die Pfeilspitze optisch genau vor dem Ziel steht. |
| Popinjay | Vogelschießen, Schießen senkrecht nach oben auf an einem hohen Mast befestigte Ziele |
| Pound (Pfund, lbs) | Das engl. Pfund hat ca. 454 Gramm, das Zeichen ist lb |
| Pope & Young | Amerikanische Bogenvereinigung; Federnform |
| Primitiv-Bogen | Bogen ohne Glasfiber- oder Carbonverstärkung |
| Propellerholz | Verdrehter Wuchs der Jahresringe in einem Baumstamm.
Bogenrohlinge mit Drehwuchs bis max. 20 Grad können gerichtet werden. |
| R | |
| Rechtsgewundene Feder | Feder vom rechten Flügel eines Vogels |
| Rechtsschütze | Hält den Bogen in der linken Hand und zieht mit der rechten. |
| Recurvebogen | Bogen mit geschwungenen oder geknickten Wurfarmen, bei dem die Sehne teilweise die Wurfarme berührt, also erst im Endauszug völlig frei wird. |
| Reflex | Bogenform, bei der die Wurfarme zum Ziel hin gekrümmt sind. |
| Reiten | Auf- und Abbewegung des Pfeils |
| Release (Ablass) | Abzug, Ablass, Lösen |
| RH und LH | Abkürzung für rechtshändiges und linkshändiges Bogenschießen. |
| Richtholz (Arrow straightener) | Zum Richten von Pfeilschäften. Wurde früher aus Knochen, Holz oder Elfenbein hergestellt. Das Richtholz ist ein mittig gelochtes Hebelstück. |
| Rohling | Die aus dem Stave schon grob vorgearbeitete Bogenform |
| Rohschafttest | Test eines Pfeils ohne Federn
Zur Ermittlung des richtigen Spine-Wertes werden Pfeile ohne Befiederungen aus bestimmten Abständen geschossen. |
| Rotte | Gruppe, die gemeinsam bei einem Turnier schießt |
| Roving (Stump Shooting) | Schießen im Gelände auf natürliche Ziele wie Blätter, Baumstümpfe, etc. |
| Rücken (Bogenrücken) | Bogenseite, die in Richtung Ziel zeigt, also vom Bogenschützen weg. |
| S | |
| Schabhobel | Der Schabhobel ist ein Werkzeug zum traditionellen Bogenbau. Kann auch mit Mehrfachklingen bestückt sein. Ideal für das Herausarbeiten des Bogenrückens (Spätholzschicht). |
| Schaft (Pfeilschaft) | Pfeil ohne Nocke, Spitze und Befiederung
Rundmaterial mit einem auf den Bogen abgestimmten Durchbiegeverhältnis (Spinewert). Durchmesser des Schaftes, Spinewert, Schaftlänge, Spitze und Befiederung bestimmen die Qualität eines Pfeiles. |
| Scheibenauflage | Papier mit Bildern oder Zeichnungen von Tieren |
| Schießhandschuh | Fingerschutz mit üblicherweise drei Fingern für Zeige-, Mittel- und Ringfinger der Zughand |
| Schnappschießen | Vorzeitiges Lösen des Schusses, bevor der volle Auszug erreicht ist. |
| Schussfenster | Ausgeschnittener Teil in der Mitte des Bogens oberhalb des Griffes |
| Sehne | Kunststoffschnur, die den Bogen spannt |
| Sehnenchecker | T-förmiges Lineal zum Messen der Standhöhe und der Nockpunktposition |
| Sehnengalgen, Sehnenbrett | Vorrichtung zum Wickeln einer Bogensehne |
| Sehnenohr | Schlinge am Ende der Sehne |
| Sehnenwachs | Imprägniermittel, dass die Haltbarkeit der Sehne fördert. |
| Sehnenwicklung | Verstärkter Teil der Sehne, wo der Pfeil aufgelegt wird |
| Shelf | Kleine, in den Bogen eingeschnittene Pfeilauflage, auf der untere Übergang vom Bogenfenster zum Griff |
| Shield | Federnform |
| Selfbow | Aus einem einzigen Stück Holz geschnitzter Bogen, ohne Verleimungen etc. |
| Selfnocke | Direkt in den Pfeil eingeschnittene Nocke |
| Siyahs | Türk. Für die Ohren, die schlanken, steifen Wurfarmenden bei asiatischen Kompositbogen |
| Spätholz | Äußerer Teil eines Jahresringes im Holz, das später im Jahr langsamer gewachsen und darum fester ist |
| Spannschnur | Hilfsmittel zum Spannen des Bogens, verhindert das Verdrehen der Wurfarme |
| Spine (Spine-Wert) | Der Spinewert gibt die Biegesteifigkeit (Druchbiegewert) des Pfeilschafts an. Der Spinewert (lbs) steht im Verhältnis zur Auszugsstärke des Bogens. |
| Spine-Tester | Gerät zur Messung der Pfeilsteifigkeit |
| Spleißen | Spezielle Technik zum Verbinden von Wurfarmen und Mittelteil, Pfeilschäften ect. Die Klebeverbindung wird in der Regel mit Epoxidharz oder Popellerleim durchgeführt. |
| Splintholz | Jahresringe im äußeren Bereich des Baumes. Das Splintholz liegt zwischen Kernholz und Bastschicht. |
| Stacking | Starke Zunahme des Zuggewichts im Endbereich des Bogenauszugs. |
| Standhöhe (Sehnenstand) | Spannhöhe, Abstand der Sehne zum Griffdruckpunkt, bei aufgespanntem Bogen, zur Kontrolle der richtigen Sehnenlänge |
| Standardgriff | Gerader Bogengriff |
| Statischer Spine | Die Durchbiegung des Pfeils auf einem Spine-Messgerät |
| Stave | Ein Stück Holz, aus dem man einen Bogen bauen kann |
| String walking | Schusstechnik, bei der man je nach Entfernung den Pfeil auf der Sehne wandern lässt |
| String Follow | Permanent verbleibende Biegung der Wurfarme durch geringe Überlastung eines Holzbogens. Diese wirkt leistungsmindernd. |
| Swing-Draw-Methode | In einem Bewegungsablauf durchgeführter Auszug des Bogens. Dabei wird mit ausgestrecktem Arm in einer Aufwärtsbewegung ausgezogen. |
| Systemschießen | Im Gegensatz zum instinktiven Schießen ist der Zielvorgang bewusst an Hilfsmitteln (z.B. Pfeilspitze) orientiert |
| T | |
| Tab | Meist ein einfaches Stück Leder mit Fingerlöchern zum Schutz der Finger an der Sehne |
| Take down | Ein Bogen, der zum Transport in zwei (Langbogen) oder drei (Recurve) Teile zerlegt werden kann |
| Taper | Verjüngung, allmähliche Dickenreduzierung der Wurfarme oder des Pfeilschaftes |
| Tiller | Biegeprofil des Bogens/der Wurfarme, auch das korrekte Biegeverhältnis des unteren zum oberen Wurfarm |
| Tillerbrett | Vorrichtung zum Aufspannen des Bogens zur Überprüfung der Biegeform |
| Tips | Wurfarmenden |
| Trockenschuss | Lösen der Bogensehne ohne einen Pfeil. |
| Tuning | Feinabstimmung des Bogens, der Sehne und der Pfeile auf den Bogenschützen. |
| U | |
| Untergriff | Griff auf der Sehne mit drei Fingern unterhalb des Pfeils |
| V | |
| Verreißen | Ruckhafte seitliche Bewegung des Bogens beim Abschuss, Schießfehler, der das Treffen verhindert |
| Verzeihend | Ein Bogen, der weniger empfindlich auf Fehler des Schützen reagiert, wird “verzeihend” genannt |
| Vorschaft | Hartholz, das vorne am Pfeilschaft angesetzt wird, um der Bruchgefahr hinter der Spitze vorzubeugen |
| W | |
| Wedeln, Reiten | Das horizontale bzw. vertikale Pendeln des Pfeils im Flug deutet auf falsche Abstimmung von Bogen und Pfeilen hin |
| Wirkungsgrad | Gibt an, wie viel Prozent der in den Bogen eingebrachten Energie auf den Pfeil übertragen wird |
| Wurfarm | Die sich krümmenden Bauteile des Bogens, an denen die Sehne befestigt ist |
| Y | |
| Yard | Ein Yard entspricht ca. 0,91 Meter |
| Z | |
| Zielpunkt | Bewusst ausgesuchter Punkt, auf den die Pfeilspitze gerichtet wird |
| Zoll (Inch) | Übliches Längenmaß im Bogensport (1 Zoll = 2,54 cm) |
| Zuggewicht | Die Kraft, die man braucht, um den Bogen auf seine volle Auszugslänge zu spannen, die Maßeinheit ist pound (lb) |
| Zuggewichtskurve | Grafische Darstellung der Zuggewichte auf jedem Zoll des Auszugs, dient der Beurteilung des Bogens |
| Zughand | Hand, welche die Sehne hält |
| Zwinge | Kern der Jagdspitze |


Unter dem Begriff Standhöhe versteht man den Abstand der Sehne zum Bogen (innerster Punkt vom Griff) im aufgespannten Zustand. Um sie zu messen, legt man üblicherweise am tiefsten Punkt im Griff an und misst bis zur Sehne. Wenn der Abstand vom Bogen zur Sehne groß ist, spricht man beispielsweise von einer großen Standhöhe.
Die Standhöhe ist eine der wichtigsten Grundeinstellungen im Bogensport. Sie beschreibt einen festen Abstand am gespannten Bogen und beeinflusst Schussruhe, Pfeilflug, Lautstärke und Materialbelastung. Wer die Standhöhe versteht und korrekt einstellt, schafft eine stabile Basis für sauberes und konstantes Schießen. Viele Probleme im Bogensport lassen sich auf eine falsch gewählte Standhöhe zurückführen.
Unter Standhöhe versteht man den Abstand zwischen der gespannten Bogensehne und dem innersten Punkt des Griffes. Dieser Abstand wird im rechten Winkel zur Sehne gemessen. Der Bogen muss dafür aufgespannt sein. Die Standhöhe ist unabhängig vom persönlichen Auszug des Schützen. Sie ist ein fester Wert, der die Grundcharakteristik des Bogens bestimmt. Eine korrekt eingestellte Standhöhe ist Voraussetzung für kontrolliertes Bogenschießen.
Die Standhöhe wirkt auf mehrere Bereiche gleichzeitig. Sie beeinflusst, wie ruhig der Bogen im Abschuss reagiert. Sie bestimmt die Lautstärke des Schusses. Sie wirkt sich auf die Stärke der Vibrationen in der Bogenhand aus. Ist die Standhöhe zu niedrig, bleibt die Sehne länger in Kontakt mit dem Bogen. Das führt zu mehr Geräuschentwicklung und einem unruhigeren Pfeilflug. Gleichzeitig steigt die Belastung für Sehne und Wurfarme. Eine dauerhaft falsche Standhöhe beeinträchtigt Schussqualität und Material.
Bei einer zu niedrigen Standhöhe schlägt die Sehne länger am Bogen an. Der Bogen wird lauter. Der Pfeilflug wird instabiler. Die Rückmeldung in der Bogenhand wird härter. Zusätzlich erhöht sich die mechanische Belastung der Bauteile. Eine zu niedrige Standhöhe kann langfristig zu erhöhtem Verschleiß führen.
Ist die Standhöhe zu hoch, verlässt der Pfeil die Sehne früher. Dadurch wird weniger Energie auf den Pfeil übertragen. Die Pfeilgeschwindigkeit sinkt. Der Bogen wirkt ruhig, verliert jedoch an Leistung. Besonders auf größere Entfernungen zeigt sich dieser Effekt deutlich. Eine zu hohe Standhöhe reduziert Effizienz und Reichweite.
Gemessen wird die Standhöhe mit einem Bogenmaßstab oder einem speziellen Standhöhenmesser. Der Messpunkt liegt am tiefsten Punkt des Griffes. Der Maßstab wird im rechten Winkel zur Sehne angesetzt. Wichtig ist eine saubere und wiederholbare Messung. Schon kleine Abweichungen können das Ergebnis verfälschen. Die Messung sollte immer unter gleichen Bedingungen erfolgen.
Die Standhöhe wird über die Sehnenlänge eingestellt. Der Bogen wird dazu entspannt. Durch Eindrehen der Sehne verkürzt sich diese und die Standhöhe steigt. Durch Ausdrehen verlängert sich die Sehne und die Standhöhe sinkt. Änderungen sollten immer in kleinen Schritten erfolgen. Nach jeder Anpassung wird der Bogen einige Male geschossen. Danach wird die Standhöhe erneut überprüft. Geduld und schrittweises Vorgehen führen zum besten Ergebnis.
Hersteller geben empfohlene Standhöhenbereiche an. Diese Werte dienen als Orientierung. Jeder Bogen reagiert jedoch individuell. Pfeilgewicht, Sehnenmaterial und Schießstil spielen eine Rolle. Die optimale Standhöhe liegt meist dort, wo der Bogen ruhig schießt, leise ist und der Pfeil sauber fliegt. Feintuning ergänzt Herstellerangaben sinnvoll, ersetzt sie aber nicht.
Die Standhöhe gehört zu den wichtigsten Einstellungen am Bogen. Sie beeinflusst Sicherheit, Haltbarkeit und Schussqualität gleichermaßen. Wer sich mit der Standhöhe beschäftigt und sie bewusst einstellt, verbessert die Leistung seines Bogens und die eigene Technik. Ein gut eingestellter Bogen schießt ruhiger, verzeiht mehr und macht langfristig mehr Freude.


Der Reiterbogen gehört zur kleinsten Form der traditionellen Bögen. Der Grund dafür ist, dass dieser Bogentyp ursprünglich von Bogenschützen auf Pferden geschossen wurde. Diese Disziplin im Bogensport gibt es nach wie vor.
Der Reiterbogen gehört zu den leistungsstärksten traditionellen Bogenformen. Er wurde für den Einsatz vom Pferd entwickelt und ist bis heute ein Symbol für Geschwindigkeit und Beweglichkeit. Durch seine kurze Bauweise lässt er sich sehr frei führen. Gleichzeitig verlangt er eine präzise und saubere Schießtechnik. Genau diese Kombination macht den Reiterbogen für viele erfahrene Schützen so attraktiv.
Ein Reiterbogen ist ein kurzer stark reflexer Bogen ohne Pfeilauflage. Der Pfeil wird direkt über den Handrücken geschossen. Die Wurfarme sind deutlich nach vorne gebogen und speichern auf kurzer Länge viel Energie. Dadurch erreicht der Bogen eine hohe Pfeilgeschwindigkeit trotz kompakter Abmessungen. Diese Effizienz geht mit einer hohen Sensibilität gegenüber Technikfehlern einher.
Seinen Ursprung hat der Reiterbogen bei den Steppenvölkern Asiens und Osteuropas. Mongolen Hunnen und andere Reitervölker nutzten ihn zur Jagd und im Kampf. Der Bogen musste leicht sein und auch aus der Bewegung heraus zuverlässig funktionieren. Historisch wurden Reiterbögen als Kompositbögen aus Holz Horn und Sehnen gefertigt. Moderne Ausführungen bestehen meist aus Holz in Kombination mit Fiberglas oder Carbon. Dadurch sind sie robuster und pflegeleichter.
Beim Schießen zeigt der Reiterbogen ein sehr direktes und schnelles Schussverhalten. Ein konstanter Ankerpunkt ist entscheidend. Schon kleine Abweichungen wirken sich deutlich auf das Trefferbild aus. Viele Schützen verwenden den Daumengriff andere den mediterranen Griff. Beide Techniken erfordern stabile Rückenspannung und gutes Körpergefühl. Der Reiterbogen verzeiht keine Unsauberkeiten.
Der Reiterbogen ist für Anfänger nur eingeschränkt geeignet. Die kurze Bauform und der Verzicht auf technische Hilfen stellen hohe Anforderungen. Einsteiger profitieren meist von längeren und ruhigeren Bögen. Fortgeschrittene Schützen finden im Reiterbogen eine anspruchsvolle Weiterentwicklung. Besonders im traditionellen Bogenschießen und im Mounted Archery zeigt er seine Stärken.
Beim Kauf eines Reiterbogens sind mehrere Punkte entscheidend. Die Auszugslänge muss exakt zum Schützen passen da kaum Reserven vorhanden sind. Das Zuggewicht sollte bewusst moderat gewählt werden. Eine hochwertige Verarbeitung und ein gleichmäßiger Wurfarmverlauf sind essenziell für konstante Leistung und Haltbarkeit. Bei Reiterbögen zahlt sich Qualität besonders schnell aus.
Aus Sicht eines Bogensportexperten ist der Reiterbogen ein hochpräzises Leistungsgerät mit tiefen historischen Wurzeln. Er fordert Konzentration Disziplin und Technik. Wer bereit ist diese Anforderungen anzunehmen wird mit einem intensiven und ehrlichen Schießerlebnis belohnt. Für erfahrene traditionelle Schützen ist der Reiterbogen eine konsequente und anspruchsvolle Wahl.



Der Recurvebogen, oder auch Reflexbogen genannt, hat diesen Namen wegen seiner Form. Am Ende der Wurfarme macht er eine Art Kurve in die Gegenrichtung.
Der Recurvebogen gehört zu den bekanntesten und vielseitigsten Bogenarten im Bogensport. Er verbindet eine klassische Bogenform mit moderner Technik und wird sowohl von Einsteigern als auch von erfahrenen Schützen geschossen. Charakteristisch sind die nach vorne gebogenen Wurfarmenden, die dem Recurvebogen seinen Namen geben. Diese Bauform sorgt dafür, dass beim Auszug mehr Energie gespeichert wird und sich diese Energie beim Abschuss effizient auf den Pfeil überträgt. Das Ergebnis ist eine höhere Pfeilgeschwindigkeit bei gut kontrollierbarem Schussverhalten.
Der Aufbau eines Recurvebogens ist klar strukturiert. Die Wurfarme sind so geformt, dass ihre Enden im ungespannten Zustand vom Schützen weg zeigen. Beim Spannen richten sie sich auf und geben beim Lösen zusätzliche Energie frei. Der Griffbereich ist ausgeprägt und ergonomisch gestaltet, was eine stabile Handposition ermöglicht. Dadurch lässt sich der Bogen ruhig halten und gleichmäßig ausziehen. Der Recurvebogen bietet eine gute Balance aus Leistung und Kontrolle.
Recurvebögen gibt es in zwei grundlegenden Bauformen. Der einteilige Recurvebogen besteht aus einem durchgehenden Stück und zeichnet sich durch seine einfache und robuste Konstruktion aus. Der Take Down Recurvebogen besteht aus einem Mittelteil und zwei separaten Wurfarmen. Diese Bauweise erlaubt es, die Wurfarme zu wechseln und das Zuggewicht anzupassen. Besonders für Einsteiger ist das ein großer Vorteil, da sich der Bogen an die körperliche Entwicklung und den Trainingsfortschritt anpassen lässt. Der Take Down Recurvebogen wächst mit dem Schützen mit.
In der modernen Bogenherstellung kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Häufig bestehen Recurvebögen aus Holzkernen, die mit Glasfaser laminiert sind. Hochwertige Modelle nutzen zusätzlich Carbon, um die Stabilität zu erhöhen und das Schussverhalten weiter zu verbessern. Diese Materialkombination sorgt für Langlebigkeit, gleichmäßige Kraftverteilung und ein ruhiges Abschussverhalten. Materialwahl und Verarbeitung haben direkten Einfluss auf Leistung und Rückmeldung des Bogens.
Das Schussverhalten des Recurvebogens wird von vielen Schützen als angenehm und ausgewogen beschrieben. Im Vergleich zum Langbogen ist er leistungsstärker und schneller, bleibt dabei aber gut kontrollierbar. Vibrationen lassen sich durch Bauweise und Zubehör effektiv reduzieren. Der Recurvebogen verzeiht kleinere technische Ungenauigkeiten besser als viele rein traditionelle Bogenformen. Das macht ihn besonders geeignet für Techniktraining und konstantes Schießen.
Recurvebögen werden in vielen Bereichen des Bogensports eingesetzt. Sie sind im Freizeitbereich ebenso verbreitet wie im Vereinssport und im Wettkampf. Der olympische Bogensport basiert vollständig auf dem Recurvebogen. Auch im Feldbogen und im 3D Bereich findet er Anwendung. Je nach Disziplin kann der Recurvebogen mit Visier, Stabilisatoren und Klicker geschossen werden oder als Blankbogen ohne Visier. Seine Vielseitigkeit ist einer seiner größten Vorteile.
Aus fachlicher Sicht ist der Recurvebogen eine der ausgewogensten Bogenarten überhaupt. Er ermöglicht einen sauberen Einstieg in den Bogensport und bleibt auch für fortgeschrittene Schützen interessant. Durch seine Anpassbarkeit, seine Leistung und sein kontrollierbares Schussverhalten eignet er sich für nahezu alle Leistungsstufen. Wer einen Bogen sucht, der Technik, Präzision und Entwicklung vereint, trifft mit einem Recurvebogen eine sehr gute Wahl.


In unserem Ratgeberartikel „Bogensehne“ konntest du dir bereits einen allgemeinen Überblick über dieses Thema verschaffen. Hier möchten wir etwas näher auf die Fragen eingehen weshalb man die Sehne pflegen sollte und wie man das am besten tut.
Die Bogensehne ist eines der am stärksten beanspruchten Bauteile im Bogensport. Sie überträgt die gesamte gespeicherte Energie auf den Pfeil und ist dabei ständig äußeren Einflüssen ausgesetzt. Schmutz, Feuchtigkeit, Schweiß und Reibung wirken dauerhaft auf das Material ein. Eine regelmäßige Pflege ist daher unverzichtbar. Eine gut gepflegte Bogensehne schießt leiser, hält länger und sorgt für ein gleichmäßiges Schussverhalten.
Ohne Pflege trocknen die Fasern der Sehne mit der Zeit aus. Staub und feine Schmutzpartikel lagern sich zwischen den Fasern ab und wirken wie feines Schleifpapier. Feuchtigkeit kann in das Material eindringen und die Struktur schwächen. Die Folge sind ausgefranste Stellen, erhöhter Verschleiß und ein deutlich höheres Risiko für einen Sehnenriss. Eine ungepflegte Bogensehne ist ein Sicherheitsrisiko und beeinträchtigt die Leistung des gesamten Bogens.
Vor jeder Pflege sollte die Sehne sauber sein. Grober Schmutz und Staub werden vorsichtig mit den Fingern oder einem trockenen Tuch entfernt. Auch Schweißreste sollten beseitigt werden. Auf chemische Reinigungsmittel sollte verzichtet werden, da sie die Fasern angreifen können. Wasser ist nur sehr sparsam zu verwenden. Eine saubere Sehne nimmt Pflegeprodukte deutlich besser auf und bleibt länger geschmeidig.
Das Wachsen der Bogensehne ist der wichtigste Pflegeschritt. Dafür wird spezielles Sehnenwachs verwendet, das für synthetische Sehnenmaterialien geeignet ist. Das Wachs wird gleichmäßig auf die Sehne aufgetragen und anschließend mit den Fingern oder einem Tuch leicht erwärmt. Durch die Wärme dringt das Wachs in die Fasern ein. Es schützt vor Abrieb, hält Feuchtigkeit fern und verhindert das Aufspleißen einzelner Fäden. Eine gewachste Sehne arbeitet ruhiger und langlebiger.
Wie oft eine Bogensehne gewachst werden sollte, hängt von der Nutzung ab. Bei regelmäßigem Training ist ein Pflegeintervall von wenigen Wochen sinnvoll. Nach dem Schießen bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit sollte die Sehne früher behandelt werden. Sichtbar trockene oder matte Stellen sind ein klares Zeichen für Pflegebedarf. Regelmäßige kleine Pflegeschritte sind besser als seltene intensive Behandlungen.
Neben der Pflege ist die Kontrolle der Sehne besonders wichtig. Die Sehne sollte regelmäßig auf ausgefranste Fasern, beschädigte Stellen und starken Abrieb überprüft werden. Besonders der Bereich des Nockpunktes und die Sehnenösen sind hohen Belastungen ausgesetzt. Werden Schäden frühzeitig erkannt, lässt sich ein Sehnenriss vermeiden. Eine beschädigte Bogensehne sollte rechtzeitig ersetzt werden.
Auch die Lagerung spielt eine wichtige Rolle. Der Bogen sollte nicht dauerhaft gespannt bleiben. Die Sehne sollte trocken, kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit schaden den Fasern. Eine sachgerechte Lagerung verlängert die Lebensdauer der Bogensehne erheblich.
Eine gepflegte Sehne wirkt sich direkt auf das Schussverhalten aus. Die Energieübertragung erfolgt gleichmäßiger. Der Schuss wird leiser. Vibrationen nehmen ab. Das Trefferbild bleibt stabiler. Besonders bei sensiblen Bögen zeigt sich der Unterschied deutlich. Sehnenpflege ist ein aktiver Beitrag zur Schussqualität.
Aus fachlicher Sicht gehört die Pflege der Bogensehne zu den grundlegenden Aufgaben jedes Schützen. Sie schützt Material, erhöht die Sicherheit und sorgt für konstante Leistung. Wer seine Bogensehne regelmäßig reinigt, wachst und kontrolliert, verlängert ihre Lebensdauer deutlich. Eine gepflegte Bogensehne ist die Basis für sicheres, ruhiges und präzises Bogenschießen.


Im Allgemeinen ist die Gesamtlänge des Bogens von großer Bedeutung. Je länger der Bogen ist, desto ruhiger kann man ihn schießen. Zudem ist er auch während des Release stabiler als ein kurzer Bogen. Das liegt vor allem an seiner Masse.
Die Leistungsfähigkeit eines Recurvebogens entsteht nicht durch einen einzelnen Wert. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel mehrerer baulicher und physikalischer Faktoren. Bogenlänge, Gewicht, Mittelteil, Wurfarme und Griffgeometrie beeinflussen gemeinsam, wie ruhig sich ein Bogen schießen lässt, wie kontrollierbar er ist und wie effizient er Energie auf den Pfeil überträgt. Ein Recurvebogen gilt dann als leistungsstark, wenn er dem Schützen ein stabiles und reproduzierbares Schussgefühl vermittelt.
Ein zentrales Leistungsmerkmal ist die Gesamtlänge des Recurvebogens. Längere Bögen verhalten sich im Abschuss in der Regel ruhiger. Durch ihre größere Masse und Hebelwirkung reagieren sie weniger empfindlich auf kleine Bewegungen des Schützen. Das erhöht die Fehlerverzeihung und sorgt für ein gleichmäßigeres Trefferbild. Kürzere Recurvebögen sind kompakter und wendiger, reagieren jedoch direkter auf technische Ungenauigkeiten. Die zur Auszugslänge passende Bogenlänge ist entscheidend für Kontrolle und Konstanz.
Das Mittelteil, auch Riser genannt, spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität des Bogens. Sein Gewicht beeinflusst die Massenträgheit. Ein schwereres Mittelteil beruhigt den Bogen im Abschuss und reduziert ungewollte Bewegungen. Ein leichteres Mittelteil fühlt sich lebendiger an, verlangt aber eine saubere Technik. Besonders im sportlichen Bereich wird das Gewicht gezielt genutzt, um die Schussruhe zu verbessern. Das Mittelteil ist der stabilisierende Kern des Recurvebogens.
Die Leistung eines Recurvebogens ergibt sich nicht aus Einzelteilen, sondern aus dem Verhältnis zwischen Mittelteil und Wurfarmen. Ein langes Mittelteil mit kürzeren Wurfarmen erzeugt einen stabilen und ruhigen Bogen. Ein kurzes Mittelteil mit langen Wurfarmen sorgt für einen weicheren Auszug und ein anderes Schussgefühl. Keine Kombination ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, wie harmonisch sich der Bogen ziehen und lösen lässt. Balance ist wichtiger als Extreme.
Auch die Länge und Charakteristik der Wurfarme beeinflussen die Leistungsmerkmale deutlich. Lange Wurfarme bauen das Zuggewicht gleichmäßiger auf und fühlen sich weich im Auszug an. Kurze Wurfarme entwickeln schneller Zuggewicht und reagieren direkter. Das wirkt sich auf Komfort, Kontrolle und Belastung aus. Der passende Wurfarm unterstützt einen sauberen Auszug und einen kontrollierten Abschuss. Ein guter Wurfarm arbeitet mit dem Schützen, nicht gegen ihn.
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Griffgeometrie. Die Form des Griffstücks beeinflusst, wie reproduzierbar der Bogen in der Hand liegt. Eine leicht nach vorne geneigte Geometrie fördert Stabilität im Abschuss. Neutralere Formen können Geschwindigkeit begünstigen. Entscheidend ist, dass der Griff eine gleichbleibende Handposition ermöglicht. Wiederholgenauigkeit beginnt im Griff.
Das Gesamtgewicht des Recurvebogens beeinflusst direkt die Schussruhe. Mehr Masse dämpft Vibrationen und stabilisiert den Abschuss. Weniger Gewicht macht den Bogen beweglicher, aber auch anspruchsvoller. Leistung bedeutet hier nicht Leichtigkeit, sondern Kontrolle. Besonders im Wettkampfsport wird Gewicht gezielt eingesetzt, um das Zielverhalten zu beruhigen. Gewicht ist ein Werkzeug, kein Nachteil.
Ein häufiger Irrtum ist die Gleichsetzung von Leistung mit Pfeilgeschwindigkeit. Ein schneller Recurvebogen ist nicht automatisch der bessere Bogen. Ein kontrollierbarer, ruhiger Bogen mit sauberem Trefferbild ist im praktischen Schießen deutlich leistungsfähiger. Leistung zeigt sich in Konstanz, nicht in Maximalwerten.
Aus fachlicher Sicht entstehen die Leistungsmerkmale eines Recurvebogens aus der Harmonie aller Komponenten. Länge, Mittelteil, Wurfarme, Gewicht und Griff müssen zusammenpassen und zum Schützen passen. Der beste Recurvebogen ist nicht der technisch extremste, sondern der, der Vertrauen schafft und sich ruhig schießen lässt. Harmonie schlägt jede einzelne Kennzahl.


Die Entwicklung des Bogensports wurde über viele Jahre von den unterschiedlichsten Personen beeinflusst. Es gibt ganze Bücher, welche mit Informationen über diese Legenden gefüllt sind. Hier erhältst du einen kleinen Überblick.
Der Bogensport ist weit mehr als Technik, Material und sportliche Leistung. Seit Jahrtausenden begleitet der Bogen die Menschheit und hat dabei einen festen Platz in Geschichten, Mythen und historischen Überlieferungen eingenommen. Legendäre Bogenschützen prägen bis heute das Bild dieses Sports. Sie stehen für Präzision, innere Ruhe, Konzentration und mentale Stärke. Ihre Geschichten wirken über Generationen hinweg und inspirieren Menschen bis heute, selbst zum Bogen zu greifen.
In vielen Kulturen war der Bogen eines der wichtigsten Werkzeuge überhaupt. Er diente der Jagd, der Verteidigung und dem Überleben. Gleichzeitig entwickelte er sich zu einem kulturellen Symbol. Der Bogenschütze galt als jemand, der Körper und Geist beherrscht und seine Kraft kontrolliert einsetzt. Diese Bedeutung reicht weit über den praktischen Nutzen hinaus. Der Bogen wurde zum Sinnbild für Disziplin und Selbstkontrolle, Eigenschaften, die auch im modernen Bogensport zentral sind.
Ein Teil der Legenden basiert auf historischen Persönlichkeiten. Figuren wie Wilhelm Tell stehen für Freiheit und Mut. Auch reale Kriegerkulturen wie die englischen Langbogenschützen oder asiatische Reitervölker nutzten den Bogen auf höchstem Niveau. Ihre Fähigkeiten entstanden nicht durch Übernatürliches, sondern durch jahrelanges Training, Erfahrung und konsequente Technik. Geschichte zeigt, was mit dem Bogen durch Können und Übung möglich ist.
Daneben existieren mythische und sagenhafte Bogenschützen, deren Geschichten bewusst überhöht erzählt werden. Robin Hood ist eines der bekanntesten Beispiele. Er verkörpert Gerechtigkeit, Treffsicherheit und den gezielten Einsatz des Bogens für eine höhere Idee. Auch wenn viele Details seiner Geschichte nicht belegbar sind, spiegeln sie reale Werte wider. Der Mythos verstärkt die emotionale Kraft des Bogenschießens und macht es für viele Menschen greifbar.
Auch in moderner Literatur und Popkultur spielen Bogenschützen eine wichtige Rolle. Fantasiefiguren wie Legolas haben das Bild des Bogenschützen weltweit geprägt. Diese Darstellungen verbinden alte Motive mit moderner Erzählweise. Der Bogen erscheint als elegante, leise und präzise Waffe. Für viele heutige Bogensportler sind solche Figuren der erste Berührungspunkt mit dem Thema. Popkultur hält die Faszination des Bogens lebendig.
Legenden erfüllen im heutigen Bogensport eine besondere Funktion. Sie liefern keine technischen Anleitungen und ersetzen kein Training. Sie vermitteln Haltung. Geduld, Konzentration und Respekt vor dem Werkzeug stehen im Mittelpunkt. Viele Schützen finden über diese Geschichten ihren Zugang zum Sport. Legenden schaffen Identifikation und Motivation, auch dann, wenn der Trainingsalltag fordernd ist.
Im Gegensatz zu technischen Ratgebern geht es bei diesem Thema nicht um Zuggewicht, Standhöhe oder Pfeilmaterial. Es geht um Inspiration und um das Gefühl, Teil einer langen Tradition zu sein. Der Bogensport verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise. Jeder Schuss steht symbolisch in einer Linie mit Jahrtausenden von Erfahrung.
Aus Sicht eines Bogensportexperten sind legendäre Bogenschützen ein fester Bestandteil der Identität dieses Sports. Sie stehen für Werte, die heute genauso gelten wie früher. Präzision entsteht aus Ruhe. Treffsicherheit aus Wiederholung. Stärke aus Kontrolle. Wer Bogenschießen wirklich versteht, erkennt sich in diesen Legenden wieder, unabhängig davon, ob sie historisch belegt oder mythisch überhöht sind.


Die Geschichte dieses Bogentyps ist über tausend Jahre alt. In der Weltgeschichte sind die bekanntesten Reflex-, oder auch Recurvebögen genannt, die kurzen Bögen des Fernen Ostens. Ein paar indianische Stämme Nordamerikas bauten ebenfalls sehnenbelegte kurze Recurvebögen aus Holz.
Jahrhundertelang wurden Rohhaut, Horn und Sehnen zur Verbesserung von Leistung und Langlebigkeit für den Bogenbau benutzt. Heutzutage wird dafür eher Glasfaser oder Carbon verwendet.
Die Recurvebögen aus Korea, Indien und China sind gut dokumentiert. Zudem gibt es heute noch gut erhaltene Exemplare zu Studienzwecken.
In den 60er Jahren war der kurze Jagdrecurve sehr beliebt, er wurde dann aber vom Compoundbogen und längeren, teilbaren Recurves, wie sie heute beim Scheibenschießen benutzt werden, ersetzt.
Den Recurvebogen gibt es in zwei Varianten:
Die Raffinesse dieses Bogentyps besteht darin, dass der Winkel zwischen Sehne und Wurfarm verkleinert wird, dies bewirkt eine Verbesserung des Hebels. Somit wird auch das Stacking, welches bei kurzen Bögen oft vorkommt, verringert.
Im Vergleich zu gleichstarken langen Bögen, sind kurze in der Regel schneller. Das liegt daran, dass die Wurfarme auf Grund der geringeren Masse schneller arbeiten.
Eine Vielzahl industriell gefertigte Bogen dieser Kategorie sind sogenannte statische Recurves. Der türkische Recurve mit charakteristisch versteiften „Ohren“ am Ende der Wurfarme, ist beispielsweise als solcher in der Bogenwelt bekannt. Diese historische Bauart ist heute im Westen populär. Hier wird meist eine Glasfaserausführung benutzt, da die eigentliche Herstellung mit Horn und Sehnen nicht nur viel Geschick und Zeit des Bogner benötigt, sondern auch ausreichend Pflege vom Schützen, um die speziellen Eigenschaften des Bogens zu erhalten.
Wenn du noch Fragen zum Recurvebogen hast, oder gerne herausfinden möchtest ob dieser Bogen zu dir passt, kannst du dich gerne an unser geschultes Team von Bogensport-Bogenbau Kaufmann wenden.

